Kolloquium zu Ernst Leitz II und dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Nov. 2025

Die Ernst‑Leitz‑Stiftung, der Wetzlarer Geschichtsverein und das Reichsbanner Schwarz‑Rot‑Gold haben im Haus Friedwart ein Kolloquium zur Geschichte des Reichsbanners in der Weimarer Republik und in Wetzlar sowie zum Wirken von Ernst Leitz II für die erste deutsche Demokratie veranstaltet.

Unter den Gästen befanden sich Mitglieder der drei Organisationen sowie Vertreter der Leica Camera AG, des Stadtarchivs Wetzlar, der Tourist‑Information Wetzlar und des Vereins „Wetzlar erinnert“. Die Impulsvorträge hielten Marlon Bünck, stv. Bundesvorsitzender des Reichsbanners, Bernd Lindenthal, zweiter Vorsitzender des Wetzlarer Geschichtsvereins, sowie Dr. Oliver Nass, Vorsitzender der Ernst‑Leitz‑Stiftung und Urenkel von Ernst Leitz II. Die Moderation übernahm Lennard Oehl, Landesvorsitzender des Reichsbanners Hessen.

Das Kolloquium beleuchtete die Gründung des Reichsbanners im Jahr 1924 und seine Entwicklung zur größten Republikschutzorganisation der Weimarer Republik mit bis zu drei Millionen Mitgliedern. Ein besonderer Fokus lag auf der Geschichte des Reichsbanners in Wetzlar und der Rolle von Ernst Leitz II. Der Unternehmer war in den 1920er Jahren Mitglied der linksliberalen DDP und maßgeblich an der Gründung des Reichsbanners in Wetzlar beteiligt. Neben organisatorischer und finanzieller Unterstützung – etwa bei der Beschaffung von Uniformen – stellte er auch Fahrzeuge der Leitz‑Werke für die Anreise zu Treffen bereit. Das Reichsbanner zählte in Wetzlar bis zu 600 Mitglieder und konnte bei Kundgebungen bis zu 6.000 Teilnehmer mobilisieren. Schätzungen zufolge gehörte rund ein Drittel der Belegschaft der Leitz‑Werke dem Reichsbanner an.